GO = Game Over?

27. Januar 2016, 23:05 Uhr
GO = Game Over?
GO = Game Over?
Wieder fällt eine Bastion, in der sich menschliche Intelligenz den Algorithmen eines Computer-Systems geschlagen geben muss. Es ist nur ein Jahrzehnt her, dass erstmals ein professioneller Spieler des mehr als 3.000 Jahre alten chinesischen Brettspiels Go von einem Computer geschlagen wurde. Jetzt aber haben scheinbar auch die Allerbesten unter den Go-Meistern keinerlei Chance mehr.

Demis Hassabis, der Chef der britischen AI-Firma Google Deep Mind, war stolz darauf, dass das von dieser Firma entwickelte Go-System AlphaGo in einem Testspiel gegen den menschlichen Go-Champion Fan Hui glatt und vernichtend mit 5:0 gewonnen hat. Das System hat auch seine Entwickler überrascht, denn sie hätten nie gedacht, dass es schon im ersten Test derart stark spielen würde.

Das Interessante an dem System ist, dass es nicht etwa durch brutale Rechenleistung und weites Vorausdenken rein maschinell und stur spielt, sondern dass es dabei eher so etwas wie „maschinelle Intuition“ einsetzt. Gemeint ist damit, dass das System vor seinem ersten Einsatz in einem Wettbewerb nämlich erst selbst spielen lernen musste. Dazu absolvierte AlphaGo Millionen an Spielen und entwickelte dabei seine eigenen Spielstrategien.

Zum Hintergrund: Go ist ein Brettspiel, bei dem die beiden Spieler schwarze bzw. weiße Steine auf ein Feld mit mehreren hundert Feldern legen. Das Ziel dabei ist, die gegnerischen Steine einzumauern und so zu erbeuten. Angestrebt wird dabei die Kontrolle über mehr als 50% des Bretts. Trotz seiner simplen Regeln ist das Spiel von außerordentlich hohen Komplexität.
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