Erste rein elektrische Autofähre der Welt

10. Dezember 2013, 14:36 Uhr
Erste rein elektrische Autofähre der Welt
Erste rein elektrische Autofähre der Welt

Siemens hat zusammen mit der norwegischen Werft Fjellstrand die erste elektrisch angetriebene Autofähre überhaupt entwickelt. Die 80 m lange Fähre fasst 120 Autos und 360 Passagiere. Ab Anfang 2015 wird sie zwischen den Orten Lavik und Oppdal über den Sognefjord fahren. Zwischen den einzelnen Fahrten werden die Akkus innerhalb von nur 10 Minuten im Hafen wieder aufgeladen. Eine konventionelle Fähre verbraucht auf dieser Strecke etwa eine Million Liter Diesel pro Jahr und stößt dabei 570 t CO2 und 15 t Stickoxide aus. Anlass für die Entwicklung war ein Wettbewerb, den das norwegische Transportministerium für ausgelobt hatte. Als Preis für eine elektrisch angetriebene Lösung erhält die Reederei Norled nun die Konzession für den Fährbetrieb bis 2025.

 

Das Schiff wurde speziell für den elektrischen Antrieb konstruiert. Als Katamaran hat es einen geringeren Widerstand im Wasser als konventionelle Schiffe. Außerdem ist der Rumpf aus Aluminium und nicht wie üblich aus Stahl gebaut. Statt eines Dieselmotors versorgt ein 10 t schwerer Akku die beiden mit Elektromotoren angetriebenen Propeller. Insgesamt wiegt die neue Fähre nur die Hälfte einer konventionellen Variante. Während die aktuelle konventionelle Fähre auf dieser Strecke eine Motorleistung von 1.500 kW (2000 PS) hat, wird das neue Schiff mit 800 kW elektrischer Leistung auskommen. Im normalen Betrieb bei 10 Knoten Geschwindigkeit genügen sogar 400 kW.

 

Problematisch ist das Schnellladen innerhalb von nur 10 Minuten. In den kleinen Fjordgemeinden ist das lokale Stromnetz nicht für solche hohen Spitzenleistungen ausgelegt. Die Entwickler installierten deshalb im Hafen ebenfalls Akkus als Puffer, die in nach dem Laden der Fähre wieder langsam aus dem Netz aufgeladen werden.
Hunderte Fähren halten entlang der norwegischen Küste die Verbindung zu Inseln und über die Fjorde. Mit der heutigen Batterie- und Ladetechnologie ließen sich alle Routen, auf denen die Fährfahrten bis zu einer halben Stunde dauern, mit elektrischen Antrieben betreiben.

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