Elastische Leiterbahnen: Technologie mit Zukunft

2. März 2016, 10:00 Uhr
Elektronik dehnbar wie Gummi: Bald schon Alltag?
Elektronik dehnbar wie Gummi: Bald schon Alltag?
Extrem schmale, elektronische Leiterbahnen, die so weich und dehnbar wie Gummi sind und sich dabei noch um das zehn- oder gar hundertfache ihrer Länge in alle Richtungen dehnen lassen? So etwas gibt es nicht? Doch: Ein neuer, unter dem Sammelbegriff „Advanced Materials“ rangierender Metallfilm übersteht sogar millionenfache Dehnungen ohne Elastizitätsverlust und eröffnet eine unüberschaubare Vielfalt neuer Anwendungsbereiche: Elastische, elektronische Schaltungen aus diesem Material wären ein ideales Mittel zum Einsatz in künstlicher Haut von Prothesen oder Robotern. In Kleidungsstücke eingebaut würden sie dem derzeit häufig diskutierten Markt der Wearables, der „intelligenten“ Kleidung, nicht nur im Consumer-Bereich neuen Auftrieb verschaffen: Auch neuartige Sensoren zur Überwachung der Körperpositionen und Körperfunktionen sind mit diesen Materialien denkbar.

Alles nur eine Frage der Phantasie - sagt Hadrien Michaud, Doktorand am LSBI (Laboratoire d’interfaces bioélectroniques souples) der École Polytechnique in Lausanne und Mitautor einer Studie zu den möglichen Anwendungsgebieten des Materials. Bisher war die Realisierung elastischer, elektronischer Schaltungen den durch die verfügbaren Materialien gesetzten, engen Grenzen unterworfen. Der Einsatz von Dünnfilmtechnik im Zusammenhang mit Legierungen aus Gold und Gallium, die zum Teil auch bei Umgebungstemperaturen flüssig sind, eröffnet in Verbindung mit polymerem, elastischem Trägermaterial neue, vielversprechende Wege.
 
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