Heimisches Kaffeerösten muss nicht teure kommerzielle Maschinen oder versiegelte Black-Box-Elektronik bedeuten. Im Buch Build Your Own Coffee Roaster with Raspberry Pi erklärt Autor Matthew Beard, wie Sie einen voll funktionsfähigen DIY-Kaffeeröster aus handelsüblichen Bauteilen, einem Raspberry Pi und einem speziell für echte Röst-Arbeiten entwickelten Steuerungssystem bauen.
 
 

Der Cobra-Smart-Roaster

Ein DIY-Kaffeeröster aus Standardkomponenten

Das Projekt namens Cobra basiert auf einem Heißluftgebläse, Halbleiterrelais, Infrarot-Temperaturmessung und einem Raspberry Pi mit einem Linux-basierten Steuerungssystem. Diese Komponenten ergeben einen kompakten, preiswerten DIY-Kaffeeröster, der Röstprofile automatisch befolgen kann, während der Erbauer dennoch die volle Kontrolle über Hard- und Software behält.

OpenRoasterController: Software ohne Abonnements

Anstatt auf proprietäre Software oder Abonnements zu setzen, verwendet der Röster den OpenRoasterController (ORC), ein vom Autor entwickeltes kostenloses Steuerungssystem auf Basis von Node-RED. ORC läuft direkt auf dem Raspberry Pi und steuert den Röstprozess anhand von Temperaturmessungen.

Für bestimmte Kaffeesorten können Rezepte erstellt werden, sodass Röstparameter mit einem einzigen Klick ausgewählt werden können. Feste Profile ermöglichen eine präzise Definition von Trocknungs-, Bräunungs- und Entwicklungsphasen, während der manuelle Modus eine direkte Steuerung durch den Benutzer während des Röstens erlaubt.
 

Das ORC-HMI


Profile und Artisan-Integration

Im Buch wird außerdem erklärt, wie ORC über MODBUS mit Artisan Scope verbunden wird. Dadurch können Temperaturdaten in Artisan angezeigt und aufgezeichnet werden, was es ermöglicht, Röstungen zu vergleichen, Röstphasen zu markieren und Live-Röstungen mit gespeicherten Profilen zu überlagern.

Praktische Elektronik mit Schwerpunkt Sicherheit

Der Aufbauprozess wird Schritt für Schritt beschrieben: vom Einrichten der Stromversorgung über Nieder- und Hochspannungsverdrahtung, Einbau der Halbleiterrelais, Raspberry-Pi-Anschlüsse, Montage des Infrarotsensors, Gehäuselayout bis hin zum Systemtest.

Elektrische Sicherheit, Erdung, Wärmemanagement und ausreichende Bauteilabstände werden als zentrale Bestandteile des Projekts behandelt. Die Erläuterungen sind praxisnah und basieren auf den eigenen Erfahrungen des Autors.


Mehr als nur ein Kaffeeröster

Obwohl der Cobra für etwa 120 $ gebaut werden kann (abhängig von vorhandenem Werkzeug und Bauteilen), macht das Buch deutlich, dass der Preis nur ein Teil der Motivation ist. Es geht auch ums Lernen: Steuerungssysteme verstehen, mit Profilen experimentieren und zu sehen, wie Software und Hardware bei einem echten, physischen Prozess zusammenwirken.
 
Aufbau für das Rösten in einer Schüssel mit Schneebesen
 

Build Your Own Coffee Roaster with Raspberry Pi richtet sich an Kaffeeliebhaber, Maker und Elektronikbegeisterte, die gerne selbst bauen – und die lieber wissen möchten, wie ihre Maschinen funktionieren, statt einer Black Box zu vertrauen.

Am Ende des Buchs haben die Leser einen funktionierenden DIY-Kaffeeröster und ein klares Verständnis dafür, wie das Steuerungssystem arbeitet, sodass es sich für weitere Experimente oder Anpassungen eignet.

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