Nach der umstrittenen Rekordfahrt München-Berlin mit einem umgebauten Audi A2 im Oktober und der Zerstörung des Rekordautos durch einen Lagerhallenbrand im Dezember letzten Jahres sahen sich DBM Energy als Hersteller und Mirko Hannemann als Erfinder des Kolibri-Akkus in der Öffentlichkeit mit massiven Zweifeln an ihrem „Wunderakku“ auf Lithium-Metall-Polymer-Basis konfrontiert.

 

Nach den positiven Ergebnissen eines Sicherheitstests der Bundesanstalt für Materialprüfung und eines Reichweitentests der DEKRA im März dieses Jahres soll jetzt ein mehrmonatiger Straßentest auch Aufschluss über die Praxistauglichkeit der KOLIBRI-Batterien im Elektroauto liefern. Dabei untersucht das Oldenburger EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie NEXT ENERGY im Rahmen des Projekts „GridSurfer“, inwieweit sich der Elektroantrieb für ländlich geprägte Regionen eignet.

 

Aussagefähige Daten sollen in den kommenden Monaten drei von der Firma L.E. Mobile umgebaute Audi A2 liefern. Diese Testfahrzeuge sollen mit den Batterien aus Berlin ohne Nachladen über 200 Kilometer zurücklegen können.

 

„Die große Reichweite ist ideal für unser Forschungsprojekt, schließlich wollen wir Erkenntnisse über die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen außerhalb der Städte gewinnen“, begründet Dr. Bettina Lenz, Bereichsleiterin Energiespeicher bei NEXT ENERGY, die Wahl des Lieferanten. Zwar hätten Alternativen in Form von Serienfahrzeugen zur Verfügung gestanden, die aber – je nach Fabrikat – spätestens nach 70 bis 150 Kilometern nachgeladen werden müssen. „Das hätte uns nicht wirklich neue Erkenntnisse gegeben. Wir wollen das Nutzerverhalten protokollieren, da sollte nicht jede zweite Fahrt an der Ladesäule enden“, so die Batterieexpertin.

 

Dass die Fahrzeuge tatsächlich für den Alltag und nicht für Rekordfahrten konstruiert wurden, ergibt sich aus den Fakten: 40 kWh-Batteriespeicher, Viersitzer, geräumiger Kofferraum, dazu Sitzheizungen, Fensterheber und Klimaanlage, die ebenfalls von der Fahrzeugbatterie versorgt werden.

 

Welche Erkenntnisse die Tests auf den Straßen zwischen Weser und Ems liefern werden, kann auch Christian Finger, Projektleiter für das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte GridSurfer-Projekt bei NEXT ENERGY, zurzeit noch nicht abschätzen. „Wir gehen an diese Versuche offen heran. Bis September werden wir mit allen drei Autos mindestens 15.000 Kilometer zurückgelegt und eine große Menge Nutzerdaten gesammelt haben. Im Verbundprojekt GridSurfer werden diese Daten mit dazu beitragen, ein Speicherkonzept zu entwickeln, welches Mobilität und die Nutzung regenerativer Energien im ländlichen Raum verbindet.“

 

Weitere Informationen:

www.dbm-energy.com

www.next-energy.de