1000 km Solarzellen als Straßenbelag

8. Februar 2016, 10:05 Uhr
© Foto Joachim Bertrand
© Foto Joachim Bertrand
Kann man tausend Kilometer Straße mit Solarzellen bedecken und diese auch noch sinnvoll nutzen? Zumindest in Frankreich stellt man sich diese Frage, was ein Artikel in France Info beweist, in welchem ein entsprechendes Projekt vorgestellt wird und zu dem bereits öffentliche Ausschreibungen existieren. Die dazu erforderlichen Sonnenzellen befinden sich laut Aussage von Colas, eine Tochtergesellschaft von Bouygues, bereits in Entwicklung. Ein Name für das Pflaster aus polykristallinen Sonnenzellen existiert auch schon: Wattway.

Die sich bei diesem Produkt spontan einstellenden Fragen nach Lebensdauer, Witterungsbeständigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen darüber fahrende Autos und Lastwagen scheinen den Optimismus der Verfechter dieses Projektes nicht zu dämpfen. Vor allem die für das sichere Fahren nicht gerade ideale, glatte Oberfläche des Materials lässt Sicherheitsbedenken aufkommen. Die Multilayer-Struktur der neuartigen Zellen zerstreut zumindest die Befürchtungen hinsichtlich Wärmeausdehnung und Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischen Lasten: Das Material gilt als beständig und sicher. Wenn die Sache funktioniert, würde eine Strecke von einem Kilometer Straße zur Versorgung einer Kleinstadt von 5000 Einwohnern völlig genügen, wobei man für einen Haushalt eine Fläche von etwa 20 Quadratmeter veranschlagt – die Heizung nicht mitgerechnet. Bei der Installation des “Sonnenpflasters” muss die betreffende Straße noch nicht einmal aufgerissen werden: Das Material wird ganz einfach auf den existierenden Belag gelegt.

Die Idee scheint jedoch nicht neu und nicht auf Frankreich begrenzt zu sein: Auch in den USA dachte man bereits an Ähnliches, und im November wurde in den Niederlanden ein vergleichbares, wenn auch weniger umfangreiches Projekt dieser Art gestartet.
 
 
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