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  • Veröffentlicht in Heft 9/2003 auf Seite 0
Über den Artikel

HF-Schaltungen bauen

Ohne gedruckte Verdrahtung

Für den fachgerechten Aufbau einer HF-Schaltung braucht man nicht unbedingt eine geätzte und gebohrte Platine. Ein Stück unbearbeitetes Platinen-Material ist die Basis, auf der eine HF-Schaltung mindestens ebenso bequem aufgebaut werden kann. Diese Methode hat sogar einige Vorzüge, insbesondere wenn die Schaltung mit Signalen sehr hoher Frequenz arbeitet.
Das insbesondere unter den aktiven Funkamateuren als "Spin-Methode" bekannte Verfahren ist eine spezielle Art des "fliegenden" (oder auch "schwebenden") Aufbaus einer Schaltung. Die Anschlüsse der Bauelemente werden unmittelbar, ohne zusätzliche verbindende Leitungen oder Leiterbahnen aneinander gelötet. Die Kupfer-Fläche einer unbearbeiteten Platine ist die Basis für die Masse-Stützpunkte, sie gibt dem Aufbau den nötigen mechanischen Halt. Wo die mechanische Stabilität allein durch die Masse-Stützpunkte nicht ausreicht, werden Inseln aus der Kupferschicht ausgefräst und als zusätzliche Stützpunkte verwendet, oder es werden kleine Platinen-Reststücke mit Sekundenkleber oder doppelseitigem Klebeband auf die Träger-Platine aufgeklebt. Der Schaltungsaufbau sieht dann zwar nicht so professionell wie beim Gebrauch einer "richtigen" Platine aus, doch das Ziel ist wesentlich schneller erreicht. Es muss kein Platinen-Layout entworfen werden, und das Ätzen und Bohren entfällt. Die beschriebene Methode bietet sich zum Beispiel für den Probe-Aufbau während der Entwicklungsphase einer Schaltung an, denn notwendige oder experimentelle Schaltungsänderungen lassen sich besonders leicht durchführen.
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Extra info, Update
Leserbrief1:
Wenn man eine doppelbeschichtete Leiterplatte nimmt, dann kann man, wie im Artikel beschrieben, die obere Seite als Massefläche und die gesamte untere Seite für die Stromzufuhr verwenden. Soll ein Bauteil an "Plus" angeschlossen werden, bohrt man einfach ein Loch durch die Massefläche, nimmt dann anschließend einen größeren Bohrer und macht damit mit der Hand eine Drehung (so wie beim Entgraten einer Bohrung), um Kurzschlüsse zu vermeiden. Somit können alle Bauteile an Ort und Stelle ohne Umwege an die Stromversorgung angeschlossen werden und man erhält hervorragende "HF-Eigenschaften".
Walter Funk

Leserbrief2:
Ich habe mit grossem Interesse den Artikel "HF-Schaltungen bauen - ohne gedruckte Verdrahtung" in Ausgabe 09/2003 der Elektor gelesen. Diese Methode zum Aufbau von Schaltungen verwende ich schon seit einigen Jahren immer wieder gerne. Leider habe ich einen Hinweis auf die Application Note 47 von Jim Williams vermisst. In dieser Application Note werden unter anderem behandelt:
-einige sehr interessante Schaltungen
-Hinweise zu Tastköpfen und zum Messen mit dem Oszilloskop
-Schaltungsaufbau auf Basismaterial und deren HF-Tauglichkeit
inkl. genauer Begründung
Vielleicht ist das für den ein oder anderen Leser ebenfalls interessant. Download der Application Note unter: http://www.linear.com/pdf/an47fa.pdf
André Bell
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