Während wir auf 2026 zugingen, setzte sich ein leiser, aber grundlegender Wandel im Chip-Design durch. Jahrzehntelang wurde Software an die Gegebenheiten der Hardware angepasst. Nun kehrt sich dieses Verhältnis um: Halbleiterhersteller formen ihr Silizium zunehmend nach den Anforderungen moderner KI-Modelle. Entstehen soll eine neue Klasse „KI-nativer“ Hardware, bei der das Modell die Architektur vorgibt – nicht umgekehrt. Während des größten Teils der Computergeschichte haben wir zuerst Hardware entwickelt und dann versucht, unsere Software daran anzupassen. Mikrocontroller wurden alle paar Jahre etwas schneller, die RAM-Kapazität stieg langsam an, Beschleuniger wurden als Zusatzmodule hinzugefügt, und KI-Workloads wurden durch das allgemeine Silizium gequetscht, das gerade verfügbar war. Diese Welt verschwindet. Im Jahr 2026 entwickeln die großen Chip-Hersteller das Silizium rund um das Modell – und nicht mehr umgekehrt.

Dieser Wandel geschah nicht über Nacht. Bereits 2024 bis ...