F&A mit Walter Arkesteijn (CTO InnoFaith Beauty Sciences)

InnoFaith
ist nicht nur ein großartiges Beispiel für ein erfolgreiches Unternehmen, sondern beweist auch, dass „Innovation“ nicht nur in Start-ups stattfindet. Das Unternehmen bemüht sich bewusst darum, den Charakter eines Startups zu bewahren und betont die Bedeutung von Innovation sogar im Firmennamen. Wie bereits in früheren Artikeln beschrieben, sind Teamarbeit und Kreativität wichtige Bestandteile des Unternehmens, und diese Fähigkeiten werden auf allen Ebenen umfassend und regelmäßig eingesetzt. Wie kam es zu dieser Entwicklung, wenn man bedenkt, dass InnoFaith vor nicht allzu langer Zeit noch ein Startup war?

Als Beispiel für Teamarbeit und Kreativität in der Belegschaft mag das „Look and Feel“ der App zur Steuerung des Hauptprodukts von InnoFaith, des Hautanalysators Observ 520x dienen, die von praktisch allen Mitarbeitern des Unternehmens aktiv mitgestaltet wurde. Wie Walter Arkesteijn betont, sollte letztendlich jeder in der Lage sein, das Produkt ohne große Schwierigkeiten zu benutzen!
 
Der Observ 520x aus Patientensicht. Die Themen Optik und Elektronik verschmelzen hier sehr schön.
Alina Neacsu: Im vorherigen Interview wurde erwähnt, dass Sie „InnoFaith Beauty Sciences aus unternehmerischem Ehrgeiz heraus gegründet haben.“ An welchem Punkt auf Ihrem Weg haben sich Ingenieurwesen und Unternehmertum zum ersten Mal überschnitten? Standen Sie vor irgendwelchen Herausforderungen?

Walter Arkesteijn: Ich habe viele Jahre lang in den Ferien gearbeitet, was mich nicht befriedigt hat, weil ich davon träumte, etwas zu kreieren. So kreuzten sich die Pfade von Ingenieurwesen und Unternehmertum zum ersten Mal, als mein Bruder zu mir kam und mich fragte, ob ich ein Problem lösen könnte, auf das er bei seinem Nebenjob gestoßen war. Die Pizzeria, in der er arbeitete, hatte die Idee, einen Ofen in den Lieferwagen einzubauen, um die Pizzen während der Auslieferung warm zu halten, aber sie wussten nicht, wie sie diese Idee in die Realität umsetzen sollten. Während dieses Projekts stieß ich auf eine Reihe von Herausforderungen. Dabei ist es meiner Meinung nach wichtig, immer daran zu denken, dass man sich am besten naiv gibt, wenn man anfängt, etwas zu entwerfen. Man kann es andererseits auch sehr unterschätzen. Man glaubt, dass man ein Projekt schaffen kann, ohne genau zu wissen, worauf man sich einlässt. Der Wunsch, etwas Schönes zu schaffen, stimmt nicht immer mit der Planung und Budgetierung überein. Man lernt, die Dinge zu überprüfen, denn Rückschläge gehören zum Prozess dazu. Dieses erste Projekt hat mein Interesse am Unternehmertum geweckt. Ich stand vor der Herausforderung, dass ich nicht genau wusste, worauf ich mich einlasse, aber wenn die Idee schließlich funktioniert und man etwas geschaffen hat, wovon man vorher nur träumen konnte, ist man sehr zufrieden.

Alina: Angenommen, Sie stünden vor der Wahl, InnoFaith erneut zu gründen. Was glauben Sie, würde sich jetzt ändern? Ist das Erfolgsrezept das gleiche wie vor 25 Jahren?

Walter: Ich glaube schon, dass das Erfolgsrezept seit 25 Jahren gleich geblieben ist und würde nicht viel ändern wollen. Wenn ich davor stünde, InnoFaith Beauty Sciences neu zu gründen, würde ich mich mit dem heutigen Wissen dafür entscheiden, den Teil der Betriebsführung früher in Angriff zu nehmen. Für mich persönlich fühlt sich ein Projekt abgeschlossen an, wenn es funktioniert, und ich möchte mich am liebsten auf neue Innovationen konzentrieren. Dadurch verpasst man kommerzielle Möglichkeiten. Meine größte Motivation ist aber nicht kommerzieller Natur, sondern organisches Wachstum, da wir innerhalb von InnoFaith Beauty Sciences immer größere Herausforderungen angegangen sind. Innerhalb des Unternehmens wurde nun Raum geschaffen, um bereits in der Entwicklung befindliche Projekte weiter zu nutzen, während ich mich auf Innovationen konzentrieren kann.

Alina: In Ihrer Arbeit kommen Elektronik, Hautpflege und unternehmerische Fähigkeiten zusammen. Ich gehe davon aus, dass Ihr „Prozess, in dem Fantasie mit Hilfe von Technik Realität wird“, einige Innovatoren in der Elektor-Community dazu inspirieren kann, verschiedene Disziplinen einschließlich der Elektronik einzusetzen. Ist die electronica fast forward, the start-up platform powered by Elektor eine einzigartige Gelegenheit, ihre Ideen und Technologien zu präsentieren?

Walter: Ich denke auf jeden Fall, dass es eine einzigartige Gelegenheit für Start-ups ist, sich dem Markt über die „electronica Fast Forward“-Plattform zu präsentieren. Es ist sehr wichtig für neue Initiativen, die technischen Entwicklungen zu verstehen. Die Startup-Plattform bietet die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Ein Technologieunternehmen weiß genau, wie sein Produkt funktioniert, aber es ist sehr wichtig zu klären, welche Bedeutung diese Innovation für den Nutzer hat. Die Brücke ist wichtig, um den Wert einer technischen Entwicklung deutlich zu machen. Egal wie schön die Technologie ist, wenn sie nicht verstanden wird, wird sie nicht geschätzt.
 
Alina: Was halten Sie von der Einstellung der jüngeren Generationen? Haben Sie einen Rat für Neuankömmlinge?

Walter: Eine große Veränderung im Vergleich zu vor 25 Jahren ist, dass der Zugang „zur Welt“ sehr einfach geworden ist. Das hat den Vorteil, dass man Initiativen in kleinem Rahmen starten kann. Andererseits ist die enorme Menge an Informationen ein Nachteil, und es ist schwieriger ist, sich zu entscheiden. Die Frage ist also, wie man sich in einem überfüllten und leicht zugänglichen Markt bemerkbar machen und Gehör finden kann. Mein Rat ist, sich Partner zu suchen, die Zugang zu diesem Markt haben. Wenn man von der Technik kommt, muss man sich selbst in dieser Hinsicht noch viel Wissen aneignen, was eine langsame Entwicklung zur Folge hat. Suchen Sie sich daher starke Partner, die sich auch um andere Aspekte wie Vertrieb, Marketing und Verkauf kümmern. Ich möchte noch hinzufügen, dass Rückschläge genau der richtige Weg sind, um wieder an die Spitze zu kommen, und dass sie eine gute Motivation sind, weiterzumachen.
 

Mehr über InnoFaith Beauty Sciences

Im Mai 2022 traf Elektor zum ersten Mal Walter Arkesteijn und besuchte InnoFaith in Eindhoven, Niederlande, um zu erfahren, wie die High-End-Geräte zur Hautanalyse entstehen. Weitere Informationen finden Sie in den früheren Artikeln:


Arbeiten bei InnoFaith

Technologie im Herzen der ästhetischen Medizin und der professionellen Beauty-Industrie, erzeugt von einem kleinen, aber starken Team von 31 Personen, die seit Jahren bei InnoFaith arbeiten. Das zeigt, dass InnoFaith gekommen ist, um zu bleiben. InnoFaith Beauty Sciences teilt die Einstellung zu innovativem Design und der Herstellung von hochmodernen Hightech-Scannern und bildgebenden Diagnosegeräten. Werfen Sie einen Blick auf die Stellenangebote unter www.innofaith.com
 
Walter Arkesteijn (InnoFaith Beauty Sciences)