Das Verhältnis von Preis einer Audiokomponente und resultierendem Klang ist ein schwieriges Feld. Unserer Erfahrung nach auch eines der heikelsten Themen seit dem Erscheinen von Elektor – und das sind schon einige Jahrzehnte. Trotz Relevanz herrscht hier viel Subjektivität und noch mehr Kontrast zu rationalen Messungen. Auf der anderen Seite ist zu vermerken, dass sich die Subjektivität durchweg auf technische Argumente stützt. Die Digitalisierung der gesamten Audiowiedergabekette hat das Problem bis heute nicht gelöst. Da es sich vielfach um interpretierte Fakten Preise handelt, können selbst exorbitante Preisunterschiede zwischen Geräten nicht durch rationale technische Differenzen erklärt werden. Da in diesem Feld also auch „weiche Kriterien“ an der Tagesordnung und nicht auszuräumen sind, ergibt sich die Tendenz, hohe Preise als (vermeintliche) Qualitätsgarantie zu akzeptieren.

Terminologie

Im Audiobereich ist das Vokabular von entscheidender Bedeutung. Sie triggert Impulse für lyrische Beschreibungen. Es scheint, dass viele Feinheiten der Klangwiedergabe vor allem eine Kunst der öffentlichen Diskussion ist. Wie schon in der Vergangenheit beim damals die Diskussion prägenden Begriff High Fidelity – kurz HiFi – sind auch heute bei neuen Techniken der Audiowiedergabe Schlagworte unterschiedlicher Güte gang und gäbe. Fast wie beim Wein wird der Preis mit Begriffen wie Reinheit, Klarheit, Integrität, Kompromisslosigkeit usw. umschifft.
Unser Thema der Woche ist eine S/PDIF-Digital-Audio-Karte für den Raspberry Pi in Form eines HAT. Sein vergleichsweise moderater Preis macht dieses Stück Technik auch für knappe Budgets attraktiv.

Offene Ohren und Füße auf dem Boden

Dieses Video stand schon lange auf meiner Liste, da Elektor diese Karte im Programm hat, aber ich habe bislang gezögert... Ich interessiere mich nämlich eher für Klänge (und nicht für „Klang“) sowie für Produktion, Aufnahme und Wiedergabe von Klängen und Musik. Andererseits habe ich Probleme mit manchen technischen Rezepten der Klangwiedergabe, von denen ich im Endeffekt nichts hören kann (manchmal kann ich nichts wahrnehmen und manchmal ist mir das Technische nicht nachvollziehbar).
Warum ich nun doch eine Besprechung dieser Karte empfehle, dann nur deshalb, weil dieser Autor auf der Erde zu bleibt. Er erzählt auch eine interessante Anekdote aus seiner persönlichen Erfahrung. Bei vergleichenden Hörtests stellt er zufällig fest, dass eines der zu testenden Geräte auch im ausgeschalteten Zustand die Höranlage störte, an die es noch angeschlossen war. Wir vermuten, dass dieser böse Einfluss von dessen Schaltnetzteil stammt.
 

Hans Beekhuyzen verfasst seine Bewertungen und Überlegungen in klarem Englisch. Ein weiterer guter Grund, das Video bis zum Ende anzuschauen: Er relativiert sein präzises Lob. Ein Produkt dieser Qualität und für diesen Preis wäre noch vor wenigen Jahren ein Spitzenprodukt und damit sehr teuer gewesen. Der Konjunktiv ist allerdings berechtigt, denn damals hätte ein solches Produkt vermutlich schlicht nicht existiert!