25 Jahre Hightech auf dem Olympiaturm -
das Interview mit Ernst Bratz von der Meilhaus Electronic GmbH

 
Die alljährlich stattfindenende Veranstaltung HighTech auf dem Olympiaturm lud zum 25-jährigem Jubiläum ein. Elektor hatte die Gelegenheit bekommen sich über dieses Event mit dem Marketingleiter Ernst Bratz auszutauschen. 

Udo Bormann:
Seit 25 Jahren gibt es die Messtechnik Veranstaltung Hightech auf dem Olympiaturm, was ist in der Zwischenzeit passiert und was ist die größte Veränderung?

Ernst Bratz:
Herr Ernst Bratz von Meilhaus
stand Rede und Antwort

„Angefangen haben wir mit wenigen Ausstellern mit dem Themenschwerpunkt Messtechnik. Mittlerweile ist die Veranstaltung breiter aufgestellt und bezieht unter anderem Automatisierung, Test und Hochfrequenztechnik mit ein. Zur Entstehungsgeschichte des Turms gibt es eine kleine Anekdote. Es gab lange Zeit die Veranstaltung „Messtechnik Süd“ unten in der Olympiahalle. Unser Geschäftsführer Herr Meilhaus hat von dort aus immer den Turm gesehen und gesagt: „Es wäre doch sehr attraktiv, dort oben ein gleichwertiges Event zu veranstalten!“ Der Kontakt zwischen Meilhaus Electronic und dem Drehrestaurant des Olympiaturmes wurde geknüpft und so entwickelten sich Synergien, welche zu der Umsetzung führten. Lange Zeit liefen beide Veranstaltungen parallel, bis die Messe 2001 eingestellt wurde. Da mussten wir uns die Frage stellen: „Machen wir weiter?“. Wie Sie heute sehen, sind wir das Wagnis eingegangen und können nun auf 25 erfolgreiche Jahre zurückblicken.“

UB:
Wie viele Aussteller sind dieses Jahr dabei?

Ernst Bratz:
„Dieses Jahr haben wir 12 Aussteller und über 30 durch Distributoren vertretene Firmen plus unsere eigenen Tische. Die ausstellenden Firmen sind zum größten Teil langjährige Partner von uns, von denen wir zum Teil Distributoren sind. Diese Partner werden alljährlich eingeladen an der Veranstaltung teilzunehmen.“

UB:
Gibt es neben Meilhaus als Organisator weitere Aussteller, welche jedes Jahr dabei waren?

Ernst Bratz:
„Plug-In und Keysight war schon von Beginn an vertreten (Keysight damals noch als HP bzw. Agilent). MCD und Pico sind auch schon sehr lange mit dabei. Andere wie erfi oder Siglent kamen erst in den letzten Jahren dazu.“  
Pico Technology
 
Siglent
Bürklin

UB:
Vor allem neue Innovationen und Produkte werden hier präsentiert. Auch ein Abbild der guten Zusammenarbeit?

Ernst Bratz:
„Hier auf der Hightech im Olympiaturm liegt der Fokus klar auf Neuheiten, welche auch in Fachvorträgen präsentiert werden sollen. Wir wollen keine Marketingvorträge und um dies zu gewährleisten, briefen wir auch die Referenten und Mitaussteller. Es sind zwar nur 20 bis 25 Minuten aber wir versuchen natürlich in diesen Gegebenheiten möglich tief in die Materie einzusteigen.
Die Diversität der Fachvorträge nimmt zu, dies liegt auch an den Ausstellern wie MCD und Plug-In, welche die entsprechenden Produkte haben und präsentieren, sodass Themen wie Embedded und Automatisierung eine größere Gewichtung bekommen.“

UB:
Worauf sind Sie besonders stolz?

Ernst Bratz:
„Es ist schön zu sehen, dass so viele sehr interessierte Besucher mit unseren Ausstellern ins Gespräch kommen, welche auf anderen Messen nur kurze Zeit an deren Ständen verbringen können. Hier können sie sich wirklich die Zeit nehmen, um sich mit den einzelnen Ausstellern auszutauschen. Manche bleiben zum Teil 3 Stunden und länger im Turm, um sich Datenblätter und technischen Raffinessen im Detail anzuschauen, den Vorträgen zu lauschen und tief gehende technische Gespräche mit den jeweiligen Ausstellern zu führen. Und das ist das Schöne an der Veranstaltung, dass man wirklich die Zeit dafür hat, um dies zu tun. Ich hoffe, dass dieser Charakter auch in den nächsten Jahren so erhalten bleibt und die Leute die Veranstaltung weiterhin so gut annehmen!“

UB:
Da Sie die Besucher gerade angesprochen haben: Es gibt auch einige Aussteller aus Übersee, eine positive Entwicklung, dass Messtechnik global diskutiert wird?

Ernst Bratz:
„Auf der Veranstaltung selbst sind meistens Gäste aus dem deutschsprachigen Raum vertreten. Die meisten reisen von Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und gelegentlich auch bis aus Berlin oder Hamburg an. Die Veranstaltung für ein internationales Publikum zu öffnen, macht aktuell keinen Sinn. Auch bietet der Olympiaturm nur begrenzt Platz. Aber die Zulieferer und Firmen sind zwangsläufig international, deshalb werden auch die Vorträge zum Teil in Englisch gehalten“

UB: Und das wird auch vom Publikum angenommen?

Ernst Bratz: „Ja, Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dies im technischen Bereich durchaus gut funktioniert.“

UB:
Gehen wir doch ein wenig mehr in die Tiefe. Wie sieht es innerhalb Ihrer Firma aus, Fachkräftemangel/Wachstumsprognose/Zukunftskonzepte?

Ernst Bratz:
„Die Personalproblematik kennen wir selbst auch. Wir haben aktuell einige neue Mitarbeiter eingestellt, aber es war eine intensive Suche erforderlich. Von der gesamten Wirtschaftslage her betrachtet läuft es sehr gut und ich hoffe natürlich, dass es so bleibt. Auch wir sind zu einem Teil von der Automobilindustrie abhängig. Unser Vorteil ist jedoch, dass unsere Klientel sehr breit gestreut ist. Wir haben neben der Autoindustrie Kunden in Universitäten, der Industrie, Test-Labors und Automatisierung ganz allgemein. Deshalb ist immer irgendwo ein Bereich, in dem es gut läuft. Wenn also ein Bereich etwas ‚schwächelt‘, dann gleicht dies meist ein anderer wieder aus.“

UB:
Nächstes Jahr wieder dabei?

Ernst Bratz:
„Ich denke mal ja. Es steht zwar immer mal die Sanierung des Olympiaturms im Raum (lacht) aber grundsätzlich spricht nichts dagegen.“